„Konkretes lutherisch-katholisches Handeln im Dienst an den Armen in der Welt“

28/10/2016

Ökumenisches Reformationsgedenken in Schweden stellt humanitäre Hilfe in den Mittelpunkt

GENF/NEW YORK (LWI) - Die für humanitäre Hilfe und Entwicklungsarbeit zuständigen Zweige des Lutherischen Weltbundes (LWB) und der römisch-katholischen Kirche wollen sich zukünftig auf ein vertieftes gemeinsames Engagement gegen die Not in der Welt verpflichten.

LWB-Weltdienst und Caritas Internationalis wirken an dem Gemeinsamen katholisch-lutherischen Reformationsgedenken mit, das am 31. Oktober 2016 in Lund und Malmö begangen wird. Papst Franziskus, LWB-Präsident Bischof Dr. Munib A. Younan und LWB-Generalsekretär Pfarrer Dr. h.c. Martin Junge stehen in Zusammenarbeit mit Leitungsverantwortlichen der lutherischen Schwedischen Kirche und des katholischen Bistums Stockholm dem ökumenischen Gottesdienst in Lund und der Feierlichkeiten in Malmö vor.

Gemeinsamer Dienst in der Welt

Bei der Veranstaltung in der Malmö Arena soll die Verpflichtung von Katholiken und Lutheranern auf das gemeinsame Zeugnis und den gemeinsamen Dienst in der Welt im Mittelpunkt stehen.

Um ihre Zusammenarbeit zu verstärken, unterzeichnen Caritas und LWB-Weltdienst in diesem Rahmen eine Absichtserklärung.

„Der diakonische Dienst ist ein Bereich, in dem wir uns schon bisher leicht zusammenfinden konnten und dies auch weiterhin tun können. Er gehört zentral zur Berufung aller Christinnen und Christen“, erklärte dazu die Direktorin von LWB-Weltdienst, Maria Immonen. „Unser gemeinsames Handeln führt uns zusammen und gibt dem Motto ‚Verbunden in Hoffnung‘ einen tieferen Sinn. Wir arbeiten, unserer Berufung gemäß, Seite an Seite zusammen. Dabei ist unser Blick in die Welt gerichtet – er ist damit das Gesicht, das die Kirche der Welt insgesamt zeigt, und wir sind offen für die Zusammenarbeit miteinander wie auch mit anderen Akteuren, die sich für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen.“

„Bei den ökumenischen Veranstaltungen in Schweden geht es nicht nur um ein Gedenken. Sie sind der Beginn eines konkreten lutherisch-katholischen Handelns im Dienst an den Armen in der Welt“, betonte Michel Roy, Generalsekretär von Caritas Internationalis.

Zeugnisse aus Aleppo und von Flüchtling aus dem Olympiateam

Vor und nach der Unterzeichnung der Absichtserklärung werden Höhepunkte der gemeinsamen Arbeit von LWB-Weltdienst und Caritas Internationalis vorgestellt, etwa in den Bereichen Flüchtlingshilfe, Friedensarbeit sowie Eintreten für Klimagerechtigkeit.

In der Arena zu Wort kommen werden Bischof Antoine Audo aus Aleppo, die Olympionikin Rose Nathike Lokonyen, die als südsudanesischer Flüchtling in Kenia lebt, der kolumbianische Priester und Friedensaktivist Héctor Fabio Henao, die burundische Kinderschützerin Marguerite Barankitse sowie Pranita Biswasi aus Indien, die sich für Klimagerechtigkeit engagiert.

Der Krise in Syrien und der in diesem Zusammenhang geleisteten Nothilfe wird besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Ein gemeinsames Gebet für das Ende des Syrienkrieges ist gemeinsam mit den 10.000 Menschen in der Arena und tausenden weiteren, die an Veranstaltungen in Damaskus (Syrien), Genf (Schweiz), St. Paul, Minnesota (USA) und an vielen anderen Orten weltweit teilnehmen, geplant.

Der Gesamterlös aus dem Verkauf von Eintrittskarten für die Veranstaltung in der Malmö Arena (10 Euro pro Person) fließt in ein LWB-Weltdienstprojekt zur Unterstützung junger syrischer Flüchtlinge in Jordanien sowie ein Caritas-Projekt für Kinder in Aleppo.